Ihre Personalentwicklung hat zwei Angebote auf dem Tisch: Das eine sieht eine größere Gruppe vor, das andere mehr Übungen in kleineren Gruppen. Beide heißen KI-Schulung für Unternehmen, doch weder der Preis pro Person noch die Dauer allein zeigt, was Ihre Mitarbeitenden anschließend können. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Angebote nach Gruppengröße, Übungszeit und überprüfbaren Ergebnissen vergleichbar machen.

Schritt 1: Bedarf und Teilnehmerzahl gleich beschreiben

Geben Sie allen Anbietern dieselbe Ausgangslage: Welche Teams nehmen teil, welche Aufgaben bearbeiten sie und was sollen sie nach dem Termin selbstständig leisten? Eine KI Schulung für Mitarbeiter im Kundenservice braucht andere Übungen als ein Workshop für Operations oder IT. Klären Sie deshalb zuerst die Arbeitsaufgabe und erst danach das Format.

  • Teilnehmende: Nennen Sie die tatsächliche Zahl und die Rollen. Fragen Sie, wie viele Gruppen daraus entstehen und ob jede Gruppe denselben Inhalt erhält.
  • Lernziel: Beschreiben Sie eine beobachtbare Handlung, etwa einen Entwurf anhand vorgegebener Kriterien zu prüfen und zu überarbeiten – nicht nur „KI verstehen“.
  • Aufgaben: Geben Sie beispielhafte, für die Schulung geeignete Fälle vor. Anregungen für die Auswahl finden Sie bei den KI-Anwendungsfällen; die Übungen sollten trotzdem zu Ihrem Arbeitsalltag passen.
  • Leistungsgrenze: Halten Sie fest, ob Sie eine Schulung, eine vorgeschaltete KI- und Prozessberatung oder Unterstützung bei der Umsetzung benötigen. Eine Schulung ersetzt kein Implementierungsprojekt.

Die KI-Workshops und Schulungen von Remoteplatz können mit Standardinhalten oder individuell mit Ihren Tools und Aufgaben gestaltet werden. Fragen Sie bei jedem Angebot, welche Vorbereitung dafür enthalten ist und welche Mitwirkung Ihr Team vorab leisten muss.

Schritt 2: Praxisanteil und Ergebnisprüfung konkretisieren

„Praxisnah“ ist noch kein vergleichbarer Leistungsumfang. Lassen Sie sich beschreiben, welche Aufgabe Teilnehmende bearbeiten, wie viel Zeit dafür vorgesehen ist und woran der Lernerfolg erkennbar wird. Für einen KI Workshop im Unternehmen kann eine passende Übung beispielsweise darin bestehen, aus einer bereitgestellten Anfrage einen Antwortentwurf zu erstellen, Fehler zu markieren und die überarbeitete Fassung zu begründen.

Checkliste mit Arbeitsaufgabe, eigenständiger Übung, Rückmeldung anhand von Kriterien und Prüfung des Lernziels.
Ein vergleichbares Schulungsangebot beschreibt Aufgabe, eigene Bearbeitung, Rückmeldung und Ergebnisprüfung.
  • Eigenständige Übung: Prüfen Sie, ob alle Teilnehmenden selbst arbeiten oder nur einer Vorführung folgen.
  • Rückmeldung: Vereinbaren Sie, wer die Ergebnisse anhand welcher Kriterien bespricht. Geeignet sind beispielsweise fachliche Richtigkeit, erkennbare Unsicherheiten und die notwendige menschliche Freigabe.
  • Ergebnisprüfung: Legen Sie fest, welches Ergebnis am Ende vorliegt – etwa eine geprüfte Arbeitsprobe oder ein gemeinsam ausgewerteter Aufgabenversuch. Fragen Sie, wie der Anbieter erkennt, ob das Lernziel erreicht wurde.
  • Material für danach: Klären Sie, welche Vorlagen oder Schulungsmaterialien übergeben werden und wer sie intern weiterverwenden darf.

Für Übungen mit eigenen Tools und Aufgaben müssen Sie vorab entscheiden, welche Inhalte bereitgestellt werden dürfen und wer Zugriffe freigibt. Die Leistung KI und Datenschutz im Team behandelt diesen Themenbereich gesondert; eine Schulung allein ist keine pauschale Freigabe für beliebige Daten oder Tools.

Hinweis: Der Umgang mit Unternehmensdaten und die steuerliche Behandlung von Angeboten sind im Einzelfall zu prüfen (Stand: Mai 2026). Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Schritt 3: Gruppen, Leistungen und Gesamtkosten vergleichen

Vergleichen Sie nicht nur den Preis pro Termin. Rechnen Sie für jedes Angebot aus, wie viele Gruppen Ihre gesamte Zielgruppe benötigt, welche Vorbereitung berechnet wird und welche Leistungen eingeschlossen sind. Bei Remoteplatz gibt es eine Impuls-Session mit 2 Stunden, einen Halbtages-Workshop mit 4 Stunden und einen Ganztages-Workshop mit 8 Stunden. Für den Vergleich müssen Sie dasselbe Lernziel und eine ausreichende Übungszeit zugrunde legen.

Vergleich eines stundenbasierten vierstündigen Workshops mit einem vierstündigen Inhouse-Praxisworkshop nach Gruppengröße, Preis, Vorbereitung und Prompt-Vorlagen.
Die Formate unterscheiden sich bei Gruppengröße und Leistungsumfang; der Stundenpreis ist mit vier Workshopstunden plus zwei Stunden Vorbereitung je Gruppe gerechnet.

Annahme, kein Kundenbeispiel: Ein Unternehmen möchte alle 25 Mitarbeitenden in einem vierstündigen Format schulen. Bei den stundenbasierten KI-Workshops mit bis zu 15 Personen pro Gruppe sind mindestens zwei Gruppen nötig. Bei 110 € pro Stunde netto zuzüglich 2 Stunden pauschaler Vorbereitung und Anpassung je Gruppe ergeben sich unter dieser Rechenannahme 660 € netto pro Gruppe und 1.320 € netto für zwei Gruppen. Ein vierstündiger Inhouse-KI-Praxisworkshop kostet 790 € netto pro Gruppe und umfasst bis zu 8 Teilnehmende. Für 25 Personen wären mindestens vier Gruppen und damit 3.160 € netto anzusetzen. Alle genannten Preise verstehen sich zuzüglich gesetzlicher MwSt.

Das ist kein Gleichwertigkeitsvergleich: Beim Inhouse-KI-Praxisworkshop sind Vorbereitung, Prompt-Vorlagen und Schulungsmaterial enthalten. Beim stundenbasierten Angebot sollten Sie konkret klären, welche Materialien, Übungen und Form der Ergebnisprüfung vereinbart werden. Prüfen Sie außerdem, ob die angesetzte Vorbereitung für jede Gruppe anfällt und ob mehrere Termine organisatorisch möglich sind. Die Preisübersicht bietet einen weiteren Einstieg; für die Kaufentscheidung zählt der schriftlich abgegrenzte Gesamtumfang.

Fordern Sie Angebote in derselben Struktur an: Gruppenzahl, Dauer je Gruppe, konkrete Aufgaben, eigenständige Übungszeit, Rückmeldung, Ergebnisprüfung, enthaltene Materialien und Gesamtpreis netto. So lässt sich ein höherer Preis gegen einen tatsächlich größeren Leistungsumfang abwägen, statt allein den günstigsten Termin zu wählen.

Stolperfallen, die Sie vermeiden sollten

  • Preis pro Kopf isolieren: Kleine Gruppen können zusätzliche Termine erfordern; große Gruppen können weniger Zeit für individuelle Übungen lassen.
  • Vorführung als Übung zählen: Lassen Sie eigenständige Bearbeitung und Rückmeldung im Angebot ausdrücklich benennen.
  • Lernerfolg offenlassen: Ohne vorab vereinbartes Lernziel und Prüfkriterien bleibt nach dem Workshop unklar, was erreicht wurde.
  • Vorbereitung unterschätzen: Eigene Aufgaben und Tools müssen ausgewählt, zugänglich gemacht und für die Schulung vorbereitet werden.
  • Schulung mit Umsetzung verwechseln: Ein Workshop vermittelt Arbeitsweisen; die Einführung oder der laufende Betrieb einer Lösung sind andere Leistungen.

Häufige Fragen

Ist eine KI Inhouse Schulung bei vielen Teilnehmenden automatisch günstiger?

Nein. Entscheidend sind die zulässige Gruppengröße, die Zahl der benötigten Termine und die enthaltenen Leistungen. Berechnen Sie den Gesamtpreis für alle Teilnehmenden und vergleichen Sie erst dann den Umfang.

Wie lässt sich Lernerfolg ohne Zertifikat prüfen?

Vereinbaren Sie eine konkrete Aufgabe und wenige Prüfkriterien vorab. Die bearbeiteten Ergebnisse und die Rückmeldung dazu zeigen besser als die bloße Teilnahme, ob das vereinbarte Lernziel erreicht wurde.

Was sollte vor einer Anfrage intern feststehen?

Benennen Sie Zielgruppe, Teilnehmerzahl, ein bis zwei geeignete Arbeitsaufgaben sowie die zuständige Person für Tools und Freigaben. Weitere Details können Sie im Gespräch klären; einen Überblick über die Zusammenarbeit bietet das Vorgehen von Remoteplatz.

Fazit

Ein belastbarer Angebotsvergleich setzt gleiche Lernziele, eine vollständige Gruppenrechnung und eine vereinbarte Ergebnisprüfung voraus. Prüfen Sie den Umfang der KI-Workshops und Schulungen und fragen Sie einen Team-Workshop an, wenn Sie Teilnehmerzahl, Aufgaben und gewünschte Übungen gemeinsam abgrenzen möchten.

Nennen Sie Ihre Teilnehmerzahl, die Arbeitsaufgaben und das gewünschte Lernziel. So lässt sich ein passender Workshop-Umfang besprechen. Team-Workshop anfragen

Foto von Mohamed Hawass

Über den Autor

Mohamed Hawass

Gründer und Geschäftsführer, Remoteplatz GmbH

Mohamed Hawass hat die Remoteplatz GmbH 2019 in Berlin gegründet und führt sie als Geschäftsführer. Er arbeitet seit 2006 mit Remote-Teams und baut mit Remoteplatz Teams aus geprüften Tech-Expert:innen für Startups und KMU auf – und unterstützt sie dabei, KI und Automatisierung dort einzusetzen, wo es sich lohnt.

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